Inklusion

Andrea E. Ostheimer schreibt in ihrem Bericht zum Thema Inklusion für die Europäische Union:
…“In der Europäischen Union gibt es 80 Millionen Menschen mit Behinderung (Stand 2011), was mehr als 15 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Menschen mit reduzierter Mobilität machen sogar mehr als 40 Prozent der Bevölkerung aus.

… Die prekäre Situation von Menschen mit Behinderungen setzt sich fort, wenn sie Beschäftigung suchen. Insbesondere die jüngere Generation ist weiterhin stark betroffen, obwohl existierende Technologien heute eigentlich mehr Inklusion ermöglichen sollten.

… Die Europäer stimmten überwiegend der Aussage zu, dass der Zugang zu Dienstleistungen und Veranstaltungen für Menschen mit Behinderungen schwierig ist. Die Mehrheit der Europäer kennen Menschen mit Behinderungen und haben Umgang mit ihnen…

Unser Ansatz zur Inklusion.

Ausgrenzung von Randgruppen jeglicher Art bei Bewegungs- und Begegnungsangeboten ist ein Hauptproblem. Dies beginnt bereits mit der Gestaltung der Bewegungsstätten, die das Gefälle zwischen Menschen mit und ohne Handicap beispielsweise bereits am Eingang dokumentieren, wenn die Rollstuhlfahrer den behindertengerechten Hintereingang benutzen müssen um die Anlage zu betreten. Oder gewisse Bereiche für Rollstuhlfahrer wegen baulicher Hindernisse gänzlich unerreichbar bleiben. Diese Art der Benachteiligung findet in nahezu jedem offiziell barrierefreien Sportgebäude statt.

Durch die Schaffung ausdrücklich echter barrierefreier Architektur (Gebäude+Gelände) möchte BUB e.V. inklusive Bewegungs- und Begegnungsangebote ermöglichen. Diese besonders gestaltete Architektur möchte der Verein darüber hinaus nutzen, um selbst inklusive Gruppen zu initiieren, anzuleiten, zu begleiten und zu fördern. Aber es sind natürlich nicht immer körperliche Einschränkungen, die Menschen daran hindern teilzuhaben. Menschen mit psychischen und kognitiven Einschränkungen profitieren auch und besonders durch Teilhabe, individuellen oder gemeinschaftlichen Erfolgen und Erlebnissen.

Durch die Nähe zu Herzogsägmühle gibt es eine ganze Reihe Personen mit unterschiedlichen Handicaps, die im Rahmen der zeitlich begrenzten therapeutischen Angebote Freude an Bewegungsangeboten wie dem therapeutischen Klettern erfahren konnten. Viele würden gerne weitermachen. Nur leider fehlt es an Räumen und Angeboten. Hier könnte der Verein beispielsweise neue Angebote schaffen, die auch die Bevölkerung Peitings, Schongaus und der Region einbindet.

Durch die Schaffung von niedrigschwelligen barrierefreien Angeboten in ebensolchen Räumlichkeiten soll die Teilnahme auf jedem, also auch auf niedrigstem Anforderungsniveau möglich werden. So kann Freude an Bewegung schnell erlebt werden. Dabei möchte BUB e.V. der Bewegungsform Klettern im weitesten Sinne besondere Aufmerksamkeit schenken. Für die Ausbildung einer starken und selbstbewußten Persönlichkeit ist Klettern hervorragend geeignet, wenn das Setting entsprechend gestaltet wird. Die Gestaltung dieses Setting hat sich der Verein zum Ziel gesetzt. So soll eine Begegnung auf Augenhöhe und in gegenseitigem Respekt unter allen Nutzern als Normalität erlebt werden – eben inklusiv. Jeder Nutzer soll für seine individuellen Möglichkeiten passende Bewegungsangebote vorfinden, die sich idealerweise auf seine Bedürfnisse anpassen lassen.

Nicht nur in den Bewegungsräumen, sondern auch in den speziell gestalteten Begegnungsräumen werden Kontaktflächen geschaffen zwischen Personen mit und ohne Beeinträchtigung. Beim Ankommen, beim Verweilen beim gemeinsamen Kochen und Speisen. Durch Begegnung und Bewegung wollen wir Gemeinsamkeit erlebbar machen, Barrieren abbauen und eine inklusive Gesellschaft formen.

Heute vormittag habe ich Florian Hacker, einen hüftamputierten Sportler in eine meiner Klettergruppen eingeladen. Das war total super. Er fand´s total irre, wie offen die Personen über ihr Erleben beim Klettern sprechen und davon profitieren und meine Gruppe fand´s irre, wie der Florian so toll klettern kann. Wir hatten gemeinsam eine Menge Spass. Echt spannend die Leute so zusammen zu bringen und die gegenseitige Partizipation zu erleben! Bei bundb muss das zum Alltag werden!

Stefan Jenuwein, Vorsitzender des Fördervereins.